Sicherheitsarchitektur

Vertraue nachvollziehbarer Technik.Nicht absoluten Versprechen.

Das ist die Sicherheitsarchitektur des lokalen BlindLock-Passwort-Tresors: drei voneinander unabhängige Ebenen — Tarnung, Verschlüsselung und Hardwarebindung. Das Bedrohungsmodell nimmt an, dass ein Angreifer die Trägerdatei bereits kopiert hat — und erklärt transparent, welche Hürden dann bleiben.

Lokaler Tresor: erst das Eingangstor, dann Schlüssel und Passwort.

BlindLock öffnet sich in zwei klar getrennten Stufen. Zuerst das Eingangstor: deine PIN. Sie entschlüsselt den Tresor nicht — sie steuert die Freigabe des hardwaregebundenen App-Ankers in der App und ist bewusst rechenintensiv. Erst danach öffnet sich das Login-Bild. Der Schlüssel deines Login-Bilds hängt am Sicherheitschip deines Geräts und an einer Freigabe des BlindLock-Lizenzservers. Zum Anmelden verlangt BlindLock zusätzlich dein Master-Passwort.

Das Eingangstor: deine PIN

Deine PIN läuft durch Argon2id — eine speicherharte Schlüsselableitung über 256 MiB Arbeitsspeicher, deren Durchläufe pro Gerät so kalibriert werden, dass eine einzige Prüfung rund 10 Sekunden dauert. Die PIN ist kein Tresor-Schlüssel und keine native Auth-Policy des Chips. Sie steuert in der App die Freigabe des an TPM 2.0 / Secure Enclave gebundenen App-Ankers: Eine falsche PIN lässt den Entsperrpfad scheitern. Das ist ein bewusst langsames Eingangstor gegen Brute-Force, kein Tresorfaktor. Erst nach dem Tor entsteht der Schlüssel zu deinem Login-Bild, und BlindLock prüft dein Master-Passwort.

1 · wo dein Tresor liegt

Dein Login-Bild

Deine Einträge stecken verschlüsselt und unsichtbar in einem ganz normalen Foto. Ohne genau diese Datei gibt es nichts zu öffnen. Die Datei allein liefert aber keinen brauchbaren Schlüssel.

2 · woraus der Schlüssel entsteht

Chip und Server-Freigabe

Der Schlüssel deines Login-Bilds hängt am Sicherheitschip deines Geräts und an einer Freigabe des BlindLock-Lizenzservers. Ein Teil des Schlüssels, den der Sicherheitschip versiegelt hält, öffnet sich nur auf diesem Gerät, in der Apple Secure Enclave bzw. im TPM 2.0. Auf einem fremden Rechner entsteht kein brauchbarer Schlüssel. Der Tresor bleibt zu.

3 · etwas, das du weißt

Dein Master-Passwort

Zum Anmelden verlangt BlindLock zusätzlich dein Master-Passwort. Nur du kennst es, und es verlässt dein Gerät nicht. BlindLock prüft es mit Argon2id, je nach Gerät mit 1 bis 4 GB Arbeitsspeicher pro Versuch.

Optional: ein Hardware-Schlüssel zum Anfassen

Wer es noch sicherer will, kann zusätzlich einen Hardware-Schlüssel aktivieren — einen modernen FIDO2-Schlüssel, der das Versiegeln beherrscht, zum Beispiel YubiKey 5, aktuelle Google Titan Keys oder SoloKeys. Der Schlüssel versiegelt deinen Zugang kryptographisch: Der Tresor lässt sich danach nur entsperren, wenn dieser kleine Schlüssel beim Login eingesteckt und bestätigt wird — oder mit deinen zwölf Wörtern als Notausgang.

Verborgen — und trotzdem kryptographisch geschützt.

Steganographie bedeutet: Geheimnisse werden unsichtbar in einer gewöhnlich wirkenden Datei verborgen. Sie ist eine zusätzliche Tarnschicht und ersetzt niemals die Verschlüsselung.

Dein kompletter Passwort-Tresor steckt in einem gewöhnlichen Bild. Passwörter, Notizen und 2FA-Codes werden vollständig verschlüsselt in einem ganz normalen Foto (PNG) verborgen. Von außen wirkt die Datei wie ein gewöhnliches Bild.

Größere Dateien bleiben klar getrennt. Dokumente, Videos und andere große Dateien liegen in einem separaten Datei-Tresor. Seine verschlüsselte Containerdatei trägt keine offensichtliche Tresor-Signatur. Auf Wunsch legst du sie mit einer unauffälligen Endung wie .zip, .iso oder .dmg an.

Deine Dateien bleiben sicher im Datei-Tresor. Der Datei-Tresor ist ein eigenständiges, verschlüsseltes System für Dokumente, Bilder, Videos und andere Dateien. Anders als VeraCrypt bindet BlindLock kein virtuelles Laufwerk in das Betriebssystem ein. Unterstützte Dateiformate kannst du direkt in BlindLock öffnen und bearbeiten. Solange sie im Tresor bleiben, werden sie nicht als unverschlüsselte Dateien auf deinem Gerät abgelegt. Andere Dateiformate kannst du bei Bedarf gezielt exportieren. Dazu wählst du selbst einen Speicherort. Erst dort wird eine unverschlüsselte Kopie der Datei erstellt.

Langzeitrisiko für Ciphertext.

Heute gestohlene verschlüsselte Daten können später angegriffen werden. BlindLocks Antwort beginnt bei der Architektur: Es gibt keine zentrale Tresor-Datenbank zum Ernten, und deine ruhende Tresor-Datei nutzt 256-Bit-authentifizierte Verschlüsselung. Unter bekannten Quantenangriffen auf symmetrische Krypto bleibt das in einer Arbeitsfaktor-Klasse, die allgemein als unpraktisch gilt — kein Anspruch, dass Quantencomputer Kryptographie überhaupt nicht betreffen können.

Hardware-Versiegelung über TPM / Secure Enclave. Die Tresordatei allein reicht nicht. Ein Teil des Schlüssels, den der Sicherheitschip deines Geräts versiegelt hält, öffnet sich nur auf diesem Gerät — TPM 2.0 unter Windows und Linux, Apple Secure Enclave unter macOS. Zusammen mit einer Freigabe des BlindLock-Lizenzservers ergibt er den Schlüssel deines Login-Bilds. Wird die Datei kopiert und auf einem fremden Rechner geöffnet, fehlt der Chip und es entsteht kein brauchbarer Schlüssel. Der Tresor bleibt zu, auch wenn jemand dein Passwort kennt.

Optional — von BlindLock ausdrücklich empfohlen: FIDO2-Hardware-Schlüssel. Zusätzlich zum Geräte-Chip kannst du einen physischen Schlüssel aktivieren. BlindLock akzeptiert nur moderne FIDO2-Schlüssel, die das Versiegeln beherrschen (FIDO2-Erweiterung „hmac-secret“). Beispiele: YubiKey der 5er-Serie, aktuelle Google Titan Keys, SoloKeys. Die Liste ist offen: Jeder Schlüssel mit dieser Fähigkeit funktioniert — unabhängig vom Hersteller. Ältere oder reine 2FA-Keys ohne Versiegelung lehnt BlindLock bei der Aktivierung mit einem klaren Hinweis ab. Nach der Aktivierung versiegelt der Schlüssel deinen Zugang kryptographisch. Ohne ihn lässt sich der Tresor danach nicht mehr entsperren. Als Notausgang bleiben deine zwölf Wörter.

Doppel-AEAD für dein Login-Bild. Dein in der PNG verborgener Tresor wird zweimal hintereinander authentifiziert verschlüsselt: zuerst AES-256-GCM, darüber XChaCha20-Poly1305 (192-Bit-Nonce), jeweils mit unabhängigen Schlüsseln. „Authentifiziert“ heißt: Manipulation am verschlüsselten Inhalt wird erkannt, nicht nur die Vertraulichkeit geschützt. Größere Datei-Tresor-Container nutzen ebenfalls authentifizierte Verschlüsselung — nicht dieselbe Doppel-Schicht wie das Login-Bild.

Speicherharte Passworthärtung. Dein Master-Passwort prüft BlindLock mit Argon2id, je nach Gerät mit 1 bis 4 GB Arbeitsspeicher pro Versuch. Bei Datei-Tresoren leitet Argon2id aus dem Tresor-Passwort den Schlüssel selbst ab, mit mindestens 512 MiB. Rateversuche gegen einen kopierten Datei-Tresor lassen sich dadurch schlecht auf Grafikkarten oder Spezialchips parallelisieren.

NIST-Post-Quantum-Komponenten im Stack. Quantencomputer bedrohen vor allem klassische Public-Key-Verfahren (Key-Austausch und Signaturen) — nicht dieselbe Art Angriff wie auf die Tresordatei auf deinem Gerät. BlindLock enthält deshalb die NIST-Standards ML-KEM-1024 (FIPS 203, Schlüsselkapselung) und ML-DSA-87 (FIPS 204, Signaturen), Sicherheitsstufe 5, über libcrux. ML-KEM-1024 und ML-DSA-87 sind für die Kopplung mit den kommenden mobilen Apps vorgesehen. Wo die BlindLock-Server es unterstützen, nutzen Lizenz- und Update-Verbindungen einen hybriden Schlüsselaustausch (X25519 + ML-KEM-768). Diese Bausteine umhüllen deine Tresordateien nicht: Dein Login-Bild nutzt klassische 256-Bit-Doppel-AEAD, Datei-Tresore klassische authentifizierte Verschlüsselung. Kein pauschaler „Post-Quantum-Tresor“-Claim — die offiziellen Spezifikationen stehen bei NIST unter FIPS 203 und FIPS 204.

Hardwarebindung im Detail — der Tresor ist ohne dein Gerät nutzlos.

BlindLock verknüpft dein Login-Bild fest mit diesem einen Computer — über den eingebauten Sicherheitschip (TPM 2.0 unter Windows/Linux, Apple Secure Enclave unter macOS). Wird deine Datei kopiert und auf einem fremden Rechner geöffnet, entsteht dort kein brauchbarer Schlüssel und der Tresor bleibt zu.

Windows & Linux

Die Verknüpfung mit deinem Gerät ist im Sicherheitschip TPM 2.0 verankert. Eine kopierte Datei plus korrektes Passwort reicht auf einem anderen Rechner nicht, weil das Gerät dann nicht mehr passt.

macOS

Die Secure Enclave von Apple Silicon hält hardware-gebundene Credentials.

Langsames Entsperren, progressive Sperre

Fehlversuche werden durch speicherhartes Argon2id und progressive Sperren in der App gebremst. Ein Zähler hilft, Rollback des Sperrzustands zu erkennen: unter Windows und Linux ein Hardware-Zähler im TPM, unter macOS ein von der Secure Enclave versiegelter Zähler. Das ist nicht dieselbe Sache wie eine native PIN-Auth-Policy im Chip.

Optional: Physischer Hardware-Schlüssel

Wenn du möchtest, versiegle den Zugriff zusätzlich mit einem physischen Hardware-Schlüssel — einem modernen FIDO2-Schlüssel mit Siegel-Fähigkeit, zum Beispiel YubiKey 5, aktuelle Google Titan Keys oder SoloKeys.

Die PIN des Schlüssels geht direkt an den Schlüssel. Falls dein Schlüssel eine eigene PIN hat, fragt Windows sie in einem eigenen Fenster des Betriebssystems ab. Unter macOS und Linux tippst du sie in BlindLock ein, und BlindLock reicht sie direkt an den Schlüssel weiter, ohne sie zu speichern.

Deine Geheimnisse bleiben bei dir.

BlindLock betreibt keine zentrale Tresordatenbank und überträgt keine Tresorinhalte an BlindLock-Server. Tresorinhalte verlassen dein Gerät nur durch deine eigene Entscheidung — etwa beim Export oder wenn du ein Backup in einen Ordner legst, den du selbst synchronisierst.

Kein Cloudkonto für deinen Tresor. Es gibt keine serverseitige Tresorspeicherung und keinen zentralen Synchronisationsdienst mit Kundengeheimnissen. Dadurch entfällt ein zentraler Bestand, den Angreifer mit einem einzigen Servereinbruch erbeuten könnten.

Nur ein Teil darf ins Netz. BlindLock selbst spricht nie mit dem Internet. Alles, was nach außen muss, läuft über einen abgetrennten Teil, der deinen Tresor nicht sieht und nichts aus ihm bekommt.

Transparente Netzwerkgrenzen. Aktivierung und jeder neue Entsperrvorgang benötigen eine kurze verschlüsselte Verbindung für Lizenz- und Versionsprüfung. Dabei werden technische Lizenz-, Geräte-, Plattform- und Versionsinformationen, aber keine Tresorinhalte übertragen. Vom Server kommt ein 32 Byte langer Wert, der in deinen Tresor-Schlüssel eingeht. Ist der Server nicht erreichbar, öffnet BlindLock bis zu sieben Tage nach dem letzten Kontakt mit einem vom Server ausgestellten, an das Gerät gebundenen und vom Sicherheitschip versiegelten Schein. Nach dem Entsperren arbeitet der Tresor lokal weiter.

Offene Bausteine, eigener Code. Die Verschlüsselungsbausteine stammen aus offenen, öffentlich einsehbaren Bibliotheken (libcrux von Cryspen, dazu Argon2id und BLAKE3). Steganographie, Tresor-Oberfläche, Lizenz-Handling und der darauf aufbauende Tresor-Code sind proprietär.

Auch Lizenz- und Supportsysteme bleiben schützenswerte Infrastruktur. Selbst ein Vorfall in diesen Systemen legt keinen Bestand mit BlindLock-Kundentresoren offen, weil BlindLock solche Tresore nicht speichert. Verarbeitet werden nur die begrenzten technischen und Kaufdaten, die in der Datenschutzerklärung stehen. Hintergrund im Blog →

Wogegen BlindLock schützt — und wogegen nicht.

BlindLock reduziert zentrale und dateibasierte Angriffsflächen.
Es ersetzt kein vertrauenswürdiges Betriebssystem und schützt nicht vor Schadsoftware, die ein bereits entsperrtes Gerät kontrolliert, etwa einem Keylogger, der deine PIN mitliest.

Geschützt

BlindLock erschwert den Zugriff nach Verlust oder Diebstahl eines gesperrten Geräts, nach Kopie einer Trägerdatei und bei Offline-Rateversuchen gegen Datei-Tresore. Ohne zentrale Tresordatenbank entfällt außerdem der massenhafte Diebstahl von Kundentresoren durch einen einzigen Anbieter-Breach. Das senkt auch das Risiko, dass heute erbeutete Daten später entschlüsselt werden.

Nicht geschützt

Ein bereits kompromittiertes Betriebssystem kann während deiner aktiven Sitzung Eingaben, Bildschirm oder Arbeitsspeicher angreifen. BlindLock härtet die Laufzeit, doch ein vollständig übernommenes Gerät liegt außerhalb des Schutzbereichs. Dafür brauchst du ein vertrauenswürdiges, gepflegtes Betriebssystem und eine gute Endpunktsicherheit.

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