Hardwarebindung

Hardware-gebundener Tresor

Eine kopierte Tresordatei soll auf fremder Hardware nicht aufgehen. Genau dafür bindet BlindLock den Tresor an dein Gerät.

Datei

Der Tresor steckt in einer normalen PNG-Datei.

Passwort

Zum Anmelden verlangt BlindLock zusätzlich dein Master-Passwort.

Gerät

Der Schlüssel hängt am Sicherheitschip deines Geräts und an einer Server-Freigabe. Auf fremder Hardware bleibt der Tresor zu.

Was heißt hardware-gebunden?

BlindLock nutzt den Sicherheitschip des Geräts — TPM 2.0 unter Windows/Linux, Secure Enclave unter macOS. Dadurch reicht eine kopierte Datei nicht aus. Der Schlüssel deines Login-Bilds hängt am Sicherheitschip deines Geräts und an einer Freigabe des BlindLock-Lizenzservers. Zum Anmelden verlangt BlindLock zusätzlich deine PIN und dein Master-Passwort.

Optionaler Hardware-Schlüssel

Zusätzlich kannst du einen Hardware-Schlüssel aktivieren — einen modernen FIDO2-Schlüssel, der das Versiegeln beherrscht, zum Beispiel YubiKey 5, aktuelle Google Titan Keys oder SoloKeys. Nach der Aktivierung versiegelt der Schlüssel deinen Zugang kryptographisch. Ohne ihn lässt sich der Tresor danach nicht mehr entsperren. Als Notausgang bleiben deine zwölf Wörter.

Grenzen

Hardwarebindung schützt den Tresor im Ruhezustand. Sie ersetzt kein sauberes Betriebssystem und schützt nicht vor einem Keylogger auf einem bereits kompromittierten Rechner.

Warum die Gerätebindung den Unterschied macht

Bei den meisten Passwortspeichern hängt alles an einem einzigen Geheimnis: dem Hauptpasswort. Wer die Tresordatei kopiert und das Passwort kennt oder errät, kann sie überall öffnen. Genau diese Annahme bricht BlindLock auf. Ein Teil des Schlüssels zum Entsperren ist vom Sicherheitschip deines Geräts versiegelt und öffnet sich nur auf diesem Gerät. Eine Kopie der Trägerdatei enthält deshalb nur hardware-gebundenen, verschlüsselten Inhalt. Ohne genau dieses Gerät fehlt ein Teil des Schlüssels, und der Tresor bleibt zu. Selbst wenn jemand deine PNG-Datei aus einem Backup oder geleakten Cloud-Ordner zieht: Auf fremder Hardware fehlt der Teil des Schlüssels, den dein Sicherheitschip versiegelt hält, und auch das richtige Passwort hilft dann nicht. Das hebt den Aufwand eines Angriffs deutlich an, statt nur ein weiteres Passwort vor die Tür zu hängen.

Was zum Öffnen zusammenkommt

  • Datei. Die Trägerdatei, eine unauffällige PNG-Datei, trägt den vollständigen verschlüsselten Passwort-Tresor.
  • Passwort. Dein Master-Passwort prüft BlindLock bei jeder Anmeldung mit Argon2id, je nach Gerät mit 1 bis 4 GB Arbeitsspeicher pro Versuch. Es verlässt dein Gerät nicht.
  • Gerät und Server. Ein Teil des Schlüssels, den TPM 2.0 oder Secure Enclave versiegelt hält, öffnet sich nur auf diesem Gerät. Dazu kommt eine Freigabe des BlindLock-Lizenzservers.

Zum Anmelden verlangt BlindLock außerdem deine PIN. Der Schlüssel selbst hängt am Gerät und an der Server-Freigabe. Eine kopierte Datei allein reicht nicht aus.

Optional: Hardware-Schlüssel

  • Du kannst einen Hardware-Schlüssel aktivieren, der den Zugriff zusätzlich kryptographisch versiegelt.
  • Unterstützt werden moderne FIDO2-Schlüssel mit Siegel-Fähigkeit, zum Beispiel YubiKey 5, aktuelle Google Titan Keys und SoloKeys.
  • Der Schlüssel ist eine zusätzliche Hürde, kein Ersatz für die Gerätebindung.

Für wen das gedacht ist

  • Menschen, die Zugangsdaten und Admin-Zugänge verwahren und davon ausgehen müssen, dass Dateien irgendwann in falsche Hände geraten.
  • Nutzer, die ihre Trägerdatei bewusst in Backups oder auf mehreren Datenträgern ablegen, ohne dass eine einzelne Kopie für den Zugriff reicht.
  • Alle, die einen Passwortspeicher ohne Cloudkonto für den Tresor und ohne dauerhaften Sync möchten.

Für wen eher nicht

  • Teams, die einen Tresor über viele wechselnde Geräte hinweg automatisch synchron halten wollen. Eine Lizenz aktiviert genau ein Gerät.
  • Wer regelmäßig auf fremden, nicht eingerichteten Rechnern arbeiten und dort spontan vollen Zugriff erwartet. Die Gerätebindung verhindert genau das.
  • Wer ein Werkzeug erwartet, das ein bereits mit Schadsoftware befallenes System absichert. Das kann keine Tresorsoftware leisten.

Ein konkreter Fall

Stell dir vor, ein altes Backup-Laufwerk landet in fremden Händen. Darauf liegt unter vielen Urlaubsbildern auch die PNG-Datei mit deinem BlindLock-Tresor. Selbst wenn jemand die Trägerdatei erkennt und dein Master-Passwort kennt, fehlt auf fremder Hardware der Teil des Schlüssels, den dein Sicherheitschip versiegelt hält. Die kopierte Datei allein reicht für den Zugriff nicht aus.

Was BlindLock hier nicht behauptet

Die Gerätebindung ist eine zusätzliche Hürde, kein Zauberschloss. Sie ersetzt kein gepflegtes Betriebssystem und schützt nicht vor Schadsoftware, die ein bereits entsperrtes Gerät kontrolliert. BlindLock reduziert zentrale und dateibasierte Angriffsflächen, verspricht aber keine absolute Unangreifbarkeit.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn mein Gerät kaputtgeht oder verloren geht?

Für Gerätewechsel und Notfälle nutzt du ein verschlüsseltes BlindLock-Backup. Bewahre die zwölf Wörter getrennt davon auf.

Kann ich denselben Tresor auf zwei Computern öffnen?

Nicht automatisch. Die Bindung gilt pro Gerät, und eine kostenpflichtige Lifetime-Lizenz aktiviert genau ein Windows-, macOS- oder Linux-Gerät. Für die gleichzeitige Nutzung auf einem zweiten Gerät ist eine weitere Lizenz mit eigener Hardwarebindung erforderlich. Deine Einträge ziehst du über ein verschlüsseltes BlindLock-Backup und die zwölf Wörter um, die Lizenz über die eingebaute Migration. iOS, iPadOS und Android folgen kostenlos.

Brauche ich zwingend einen Hardware-Schlüssel?

Nein. Gerätebindung, Server-Freigabe, PIN und Master-Passwort stehen für sich. Der Hardware-Schlüssel ist eine optionale zusätzliche Hürde.

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